Liebe Kunden,

die Umfrage-Seite ist offline.

Die Idee einer Umfrage war der Versuch, unparteiisch die Richtung zu deuten, in der sich die Bevölkerung oder in diesem Fall unsere Kunden gedanklich bewegen. Ich möchte hiermit explizit klarstellen, dass ich damit weder die Meinung meiner Kunden zu manipulieren beabsichtigt habe, noch bin ich, wie ich beschuldigt wurde, rechtsradikal überzeugt. Meine Familie und ich und die Menschen, deren Absichten sie uns gegenüber offenbaren, sind Gegner des Rechtsradikalismus!

Ich habe allerdings bis gestern geglaubt in einem freiem, demokratischen Land zu leben, in dem Akzeptanz anderen Meinungen gegenüber ausgeübt wird. Ich habe seit 25 Jahre fest an den Zusammenhalt eines realistischen Volkes geglaubt, das stark sein gegenwärtiges Dasein hinterfragt und aus der Antwort weiter wächst.

Es gibt tatsächlich einen großen Teil an Menschen, die so leben und handeln. Diese Lebensweise ist die, die mich schon immer so fasziniert hat und mich damals, als ich Deutschland zum ersten Mal kennenlernte, überzeugt hat, mein neues Zuhause hier zu definieren.

Wir leben gerade alle in Angst. Ich sehe, was um mich herum passiert. Obwohl die deutsche wirtschaftliche Lage sehr kritisch ist, wird alles, was zu den grundlegenden Lebenskosten gehört, teurer. 100.000e von Arbeitsplätzen werden einfach vom Markt gelöscht und damit die Existenz vieler Bürger. Der Mittelstand – so wie wir ihn kennen – steht unmittelbar davor zu verschwinden. Das, was das Leben für die Menschen als solche definiert, wie Liebe für den andern, Vertrauen, Kreativität, Zuversicht, freie Entscheidung, Freiheit sind längst nicht mehr Grundlage unseres Alltags.

Aber lassen Sie mich einfach erzählen, wie es meiner Familie und mir geht:

Seit Anfang vergangenen Jahres befinden wir uns in einer Situation, die unser komplettes Leben auf den Kopf gestellt hat (so wie das Leben vieler anderer Mitmenschen natürlich. Doch hier geht es tatsächlich darum, Ihnen klar zu machen, was wir, die Familie Ricotta, erleben).

Manche von Euch wissen schon, dass meine Frau und ich Eltern von vier Kindern im Alter zwischen 2 und 12 Jahren sind. Diese Kinder sind seit fast einem Jahr zum größten Teil zuhause und haben außer sich selbst und ihren Eltern selten jemand fremdes, der mit Ihnen Zeit verbringt. Meine Frau lebt diese Situation Tag ein Tag aus mit viel Liebe, Kraft und Zuversicht und versucht den Alltag unserer Kinder soweit wie möglich so zu gestalten, dass es ihnen an nichts fehlt. Natürlich mit meiner Unterstützung soweit es mir möglich ist, aber ansonsten allein, weil Corona einen „zu intensiven“ menschlichen Kontakt verbietet.

Ich habe im vergangenen Juni mein Geschäft in Rosenheim geschlossen, weil die staatliche Unterstützung im Lockdown zwar für die gewerblichen Kosten reicht, aber keinen Cent für die Privatkosten vorsieht. Die Vorgehensweise der Regierung hat auch die tatsächliche Dynamik eines mittelständischen Unternehmens nicht berücksichtigt, was dazu führte, dass ich den zweiten Salon aufgeben musste. Dabei verlor ich sehr viel Geld.

Es werden vom Staat viele Gelder in verschiedenen Formen versprochen und ich glaube auch daran, dass wir sie bekommen werden, doch seit September haben wir nichts erhalten, heute, am 08.01.2021 immer noch nicht.

Die Vermieter rücken uns auf die Pelle, weil das Gesetz ihnen das Recht dazu gibt, ihre Miete zu verlangen, doch ich darf nicht arbeiten und damit das Geld für die Miete verdienen. Dazu ist zu erwähnen, dass seit Juni mein Unternehmen weniger als 50% der Umsätze verzeichnet, die wir normalerweise hatten. Wir essen zur Zeit vom Kindergeld und hoffen, bald unseren Vermietern gerecht werden zu können. In eine günstigere Wohnung umziehen können wir nicht, weil die meisten Vermieter keine Familie mit vier Kindern und Hund haben möchten, außerdem sind sie alle bis jetzt auch der Meinung, dass wir mindestens 6 Zimmer und 200qm brauchen.

Des weiteren stehen wir da, genauso wie alle andern, und fragen uns, wohin es gehen sollte. Die Regierung sagt, wir sollten uns an all ihren Entscheidungen aktiv beteiligen, auch wenn sie nicht sicher sind, ob das überhaupt was bringen wird. Keiner weiß es.

Aus dieser Situation ist die Idee der Umfrage geboren – und nicht um menschenverachtend eine Gegenbewegung zu gründen.

Liebe Kunden, liebe Freunde, wir leben in Zeiten, wo selbst die Stellung von Fragen, die aus der Not entstanden sind, be- und gar verurteilt wird. Für mich ist diese eine viel schlimmere Krankheit als die, die das Corona-Virus darstellt.

Wenn Sie sich umschauen, stellen Sie fest, dass ganz Deutschland in eine Notlage ist. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass wir alle zusammenhalten und dass Unsicherheiten und Ängste durch klärende Gespräche, selbst mit Menschen die wir nicht näher kennen, aus der Welt geschafft werden.

Herzlichen Dank, fühlt Euch umarmt, Cristian